Chinesisches Wespennest
Nachdem der Bericht von Amnesty die chinesische Beteiligung an der internationalen Friedenstruppe in Darfur konterkarierte und die üblichen Dementis auslöste (”groundless accusation“), erhöhen jetzt amerikanische Paralmentarier den Druck auf die chinesische Regierung. China, das mehr als 2/3 des sudanesischen Öls aufkauft und wirksame Resolutionen des Sicherheitsrates verhindert, wird in einem offenen Brief von mehr als 100 Abgeordneten beider Parteien beschuldigt, einen Völkermord zu finanzieren:
The international community is stepping up to its responsibilities, but unless China does its part to ensure that the government of Sudan accepts the best and most reasonable path to peace, history will judge your government as having bankrolled a genocide.
In Anlehnung an die Forderungen mehrerer Menschrechtsaktivisten wird China vor den Folgen für die Olympischen Spiele gewarnt, die auf diese Weise womöglich als “Genocide Olympics” in die Geschichte eingehen könnten:
It would be a disaster for China if the games were to be marred by protests, from concerned individuals and groups, who will undoubtedly link your government to the continued atrocities in Darfur, if there is no significant improvement in the conditions.
Insbesondere auf die Verweise auf die Olympischen Spiele reagiert China so, als hätten die Parlamentarier ins sprichwörtliche Wespennest gestochen: Neben dem Verweis darauf, dass die Spiele “vollkommen unpolitisch” seien, und daher die Themen nichts miteinander zu tun hätten, betont China den Willen, sich stärker gegen die Verbrechen in Darfur zu engagieren (”We hope to solve the issue by political means, so we are ready to make joint efforts with the international community, including the US”). Als ersten Schritt hierzu haben sie einen Tag nach dem offenen Brief einen Sonderbeauftragten für Darfur ernannt. Es scheint, als hätte man einen wirksamen Hebel über die Olympischen Spiele gefunden, um erfolgreich Druck auch auf China auszuüben - eine Sicht, die ebenfalls in diesem Artikel des Houston Chronicle geteilt wird:
“This Olympic issue has got them moving,” said Francis Kornegay, an analyst at the Center for Policy Studies in Johannesburg, South Africa. “They definitely don’t want a global or even halfway successful boycott of the Olympics. They can’t take that too lightly, which they aren’t.”
Die Reaktion aus Washinton lies auch nicht lange auf sich warten, man begrüßte den Schritt, forderte aber, dass weitere Schritte folgen müßten - eine Sicht, der man sich nur anschließen kann.
Am 25. Mai 2007 um 22:02 Uhr
[…] ist nicht alles für die Katz…. Scheinbar zeigt der Druck auf China und die veränderte politische Position in Frankreich […]