Sieh mal an, es tut sich was…
… und es ist nicht alles für die Katz. Scheinbar zeigt der Druck auf China und die veränderte politische Position in Frankreich Wirkung.
Zumindest berichtet die TAZ - sicher nicht die Zeitung, die massiv für Sarkozy Wahlwerbung gemacht hat - über neue Entwicklungen in der UNO:
Der neue Vorschlag geht über bisherige Eingreifmodelle hinaus. Zur Diskussion gestellt wird eine Truppe von entweder 19.555 oder 17.605 Soldaten. Sie “sollte sich auf den Schutz von Zivilisten, die Erleichterung vollen humanitären Zugangs und die Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen in ihre Heimat konzentrieren”, heißt es in dem Konzept, “einschließlich durch aktive Herstellung von Sicherheit, robuste Patrouillen und Überwachung des Rückzugs von Langstreckenartillerie”.
Und, um auf den Anfang des Blogeintrags zurückzukommen, wie begründet es die TAZ wohl:
Wie der neue Vorschlag angesichts der Ablehnung einer UN-Intervention in Darfur durch Sudans Regierung jemals umgesetzt werden soll, ist unklar. Der Zeitpunkt ist jedoch kein Zufall. Politische Entwicklungen in wichtigen Mitgliedsländern des UN-Sicherheitsrats tendieren derzeit zu einer robusteren Eingreifstrategie. Seit April haben im US-Kongress mehrere Anhörungen zu einem militärischen Eingreifen im Sudan stattgefunden. Frankreichs neuer Außenminister Bernard Kouchner ist als Befürworter robuster Militärinterventionen zum Schutz gefährdeter Zivilbevölkerungen bekannt. China, traditioneller Verbündeter des sudanesischen Regimes und Hauptimporteur sudanesischen Erdöls, mehrt in den letzten Wochen die Signale, dass es bereit ist, mehr Druck auf Sudan auszuüben.
So zumindest die Einschätzung der TAZ. Respektive von Dominic Johnson, einem TAZ-Autor, der sich nicht mit dem Morden in Darfur abfinden will und das Thema immer wieder in der TAZ zur Sprache bringt. Apropo Morden, der letzte Absatz seines Artikels macht mehr als deutlich, warum man sich mit dem Morden nicht abfinden sollte:
In Darfur sind seit dem Beginn einer Rebellion gegen die Zentralregierung 2003 und dem Einsetzen organisierter Vertreibungen und “ethnischer Säuberungen” durch die Regierung 2004 fast die Hälfte der sechs Millionen Bewohner vertrieben oder umgebracht worden.